WIEN RÄUMT AUF! Abfallberater_innen helfen mit.

Werkverträge auf den Müll! Scheinselbständigkeiten auf die Deponie!


"Die MA 48 versorgt alle freiwilligen Helferinnen und Helfer mit der passenden Ausstattung - von Arbeitshandschuhen über Kapperln und Warnwesten bis hin zu Müllsäcken." Auch die Initiative Abfallberatung fühlte sich von der alljährlichen Frühjahrsputzaktion der Stadt Wien angesprochen und entsorgte so manchen arbeits- und sozialrechtlichen Dreck. Im Mai 2014 symbolisch vor dem Wiener Rathaus, seit bald eineinhalb Jahren jedoch auch real auf dem Gerichtsweg gegen die Stadt Wien.
Umgehungsverträge, unzureichende soziale Absicherung, Gehaltseinstufung zur handwerklichen Verwendung u.v.a.m. - ein Fall für den Sondermüll? Oder doch bloß Altpapier? Bestehende Arbeitsverträge mit der Stadt Wien gehören noch immer dringend recycled. Für faire und rechtskonforme Dienstverhältnisse! Denn wie heißt es auf den Warnwesten und Kappen der MA 48? „Mist, jetzt bist du fällig!“ Mehr Fotos >>


Hörtipp!!! Was heißt hier prekär?

Hörtipp

Mittwoch 30.4.2014 , 16-17 Uhr in FM4 Connected:
Sind die etablierten Interessensvertretungen noch zeitgemäß?
Diskussion mit GPA-djp und Initiative Abfallberatung: Was heißt hier prekär?


Hard work, hardly paid
Über das Leben im Prekariat - Reportage und Studiodiskussion für 7 Tage on Demand: In der Studiodiskussion vom 30.4.2014 in FM4 Connected erzählt Ulli Müller von der Initiative Abfallberatung aus ihrem Alltag.

JURIDIKUM: Der Arbeitskampf der Initiative Abfallberatung

Der Arbeitskampf der Initiative Abfallberatung ist zwar noch nicht ganz gewonnen, was aber jetzt schon feststeht, ist, dass die Initiative Abfallberatung ihr politisches Ziel erreicht hat. Es wurde im Sommer 2013 gerichtlich festgestellt, dass es sich bei ihrer Tätigkeit um Dienstverhältnisse handelte und nicht um Werkverträge. Der Arbeitskampf gegen einen Gegner, der mehrmals betonte, seine Übermacht in der Rechtsdurchsetzung zu nutzen, kann als Vorbild dienen.

Den Kampf um alle Arbeitsplätze der Abfallberater_innen hat die Initiative nicht gewinnen können. Was die Stadt Wien verloren hat, ist ein kreatives, gut ausgebildetes und hoch motiviertes Abfallberatungs-Team, das sich kompetent für Umwelt- und Ressourcenschutz eingesetzt hat. Und das ist schade.

Juridikum 1/2014 - Zeitschrift für Kritik, Recht, Gesellschaft

Der Arbeitskampf der Initiative Abfallberatung
Text von Verena Sommer, S. 123-133


SCHANDFLECK 2013 - Mitmachen beim Public Voting!

Die MA 48 hat es auf die Shortlist für den „Schandfleck 2013“ geschafft – eine Auszeichnung für gesellschaftlich unverantwortliche Unternehmen, Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen. Bis zum 18. Februar 2014 ist online eine Stimmabgabe für den Publikumspreis möglich.

 „Die MA 48 ist nominiert, da sie AbfallberaterInnen bis zu 15 Jahre prekär beschäftigt hat. Erste Urteile im August bestätigten die Scheinselbstständigkeit ihrer Tätigkeit. Die MA 48 musste sie einstellen, hat dies jedoch nicht entsprechend ihrer Qualifikation getan. Die MA 48 spielt auf Zeit und erkennt die Präjudizwirkung der Urteile nicht an.“, so das Netzwerk Soziale Verantwortung, das den Preis vergibt und zu den konkreten Vorwürfen und Forderungen an die MA 48 ein Dossier verfasst hat.

Auch nach bald zwei Jahren selbstorganisertem Arbeitskampf inklusive Jobverlust ist die Initiative Abfallberatung weiterhin aktiv: für faire und rechtskonforme Arbeitsverhältnisse bei der MA 48. Am 20. Februar, dem Welttag der Sozialen Gerechtigkeit, findet die Preisverleihung für den Schandfleck 2013 statt.

Jetzt mitmachen beim Public Voting für den Publikumspreis! 

ARBEITSKAMPF MIT SCHMUTZIGEN WAFFEN (Kronenzeitung, 22.12.2013)


28 AbfallberaterInnen gegen die Stadt Wien

Sie dachten, der Kampf sei endlich vorbei. Ein Gerichtsurteil im vergangenen Juli bescheinigte den 28 AbfallberaterInnen, die im Dienst der MA48 gestanden haben, dass ihre Arbeitsverträge illegal waren. Böse Überraschung: Die Stadt Wien will Tausende Euro von ihnen zurück. Abfallberaterin Ulli Müller: "Die wollen uns psychisch fertig machen. Ich kann nicht mehr schlafen, habe kein Geld." (Krone, 22.12.2013)

STADT WIEN FORDERT GELD ZURÜCK (Die Presse, 21.12.2013)

Eigentlich hätten sie sich freuen können. Damals, vor einem halben Jahr, als die Abfallberater den Gerichtsprozess gegen die Stadt Wien gewannen. Rund zehn Männer und Frauen hatten die Stadt Wien auf eine Anstellung geklagt – und die ersten beiden bekamen vor dem Arbeitsgericht gleich recht. Doch nun bahnt sich neuer Ärger an. Obwohl das Gericht eine „Scheinanstellung“ festgestellt hat, fordert die Stadt von zwei Abfallberatern Geld zurück. Sie hätten als Werkvertragsnehmerinnen zu viel Lohn ausgezahlt bekommen.  >> Weiterlesen (Die Presse, 21.12.2013)

STADT WIEN VERWEIGERT ABFALLBERATERIN RÜCKKEHR NACH KARENZ


Mehrere AbfallberaterInnen haben inzwischen den Prozess gegen die Stadt gewonnen. Aber Nina S. will man die Vordienstzeiten nicht anerkennen, weil sie in Karenz war. Dass die Stadt Wien genau bei S. auf stur stellt, ist für ihren Anwalt klare Diskriminierung. "Sie wollen ihre Vordienstzeiten nicht anerkennen, weil sie in Karenz war. Nur dadurch unterscheidet sich ihr Fall von den Parallelfällen", meint Harald Karl. Die Stadt Wien wollte zu dem Verfahren keine Stellungnahme abgeben. 
>> Weiterlesen (diestandard.at, 14.11.2013)