BRIEF AN DIE STADTRÄTIN VOM 16.05.2012



Frau Amtsführende Stadrätin
Geschäftsgruppe Umwelt
Mag.a Ulli Sima
Felderstraße 1
1010 Wien




Betrifft: Existenzbedrohende Neuregelung der Arbeitsverträge von AbfallberaterInnen der MA 48

Wien, 16.05.2012

Sehr geehrte Frau Mag. Sima,

Kaum ein anderes Umweltthema hat eine größere Präsenz in der Wiener Bevölkerung als der Abfallbereich. Zurückzuführen ist das nicht zuletzt auf das vielfältige und dichte Angebot der Wiener Abfallberatung. In den letzten Jahren wurde unser Betätigungsumfang stetig erweitert, sodass der MitarbeiterInnenstand noch im Jahr 2010 um 16 neue KollegInnen auf derzeit insgesamt 31 aufgestockt wurde. Unsere Tätigkeitsbereiche umfassen heute unter anderem das Misttelefon, Aufklärung in Schulen und Kindergärten, Führungen durch die unterschiedlichen Einrichtungen der MA 48, Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit, Ausrichtung und Organisation von Veranstaltungen (Mistfest, Mistmeisterschaft u.a), Gewerbeberatungen.
Aufgrund dieses Spektrums sind wir als multiprofessionelles Team mit unterschiedlichsten Qualifikationen aufgestellt – vom technischen, wirtschaftlichen, pädagogischen, psychologischen bis zum künstlerischen Background. Und einige unserer KollegInnen können auf über 15 Jahre reichhaltige Erfahrung in der Abfallberatung verweisen.
Wir AbfallberaterInnen agieren als Hauptschnittstelle zwischen BürgerInnen-Beschwerden bzw. -anfragen und der MA 48. Im letzten Jahr konnten alleine über das Misttelefon rund 67.000 Anliegen von uns entgegen genommen werden. Im gleichen Zeitraum konnten wir bei Veranstaltungen und Besuchen in Kindergärten und Schulen 27.000 Kinder erreichen. „Abfalltrennung und -vermeidung“ sind nicht zuletzt aufgrund unseres Einsatzes zu Begriffen geworden, mit denen heute jedes Volksschulkind etwas anfangen kann. Wir prägen als wesentlicher, vor allem nachhaltig agierender Faktor das Umweltbewusstsein unserer Stadt.

Da wir allesamt auf Basis eines Gewerbescheines für die MA 48 tätig sind, müssen wir jährlich einen neuen Werkvertrag mit unserer Arbeitgeberin abschließen. Im Dez. 2011 haben wir jedoch erstmalig nur einen für drei Monate gültigen Werkvertrag vorgelegt bekommen. Mittlerweile haben wir bereits den zweiten Kurzzeit-Vertrag unterschrieben. Wenn dieser Ende Juli ausläuft, sollen einige von uns ein Angestelltenverhältnis bekommen. Wiewohl dies im Prinzip begrüßenswert ist, müssen wir aufgrund der angekündigten Rahmenbedingungen jedoch in erster Linie mit einer massiven Verschlechterung unserer Arbeitsbedingungen rechnen. Angestellt werden sollen nämlich lediglich 10 von uns, und selbst diese müssten mit beträchtlichen finanziellen Einbußen (bis zu 1/3 weniger Einkommen) wie auch einem Verlust an zeitlicher Flexibilität rechnen. Die meisten von uns sollen jedoch ohnehin nach wie vor auf Basis eines Werkvertrages entlohnt werden, verbunden mit einer dramatischen Reduktion auf höchstens 50 monatliche Arbeitsstunden. Das wäre für die betreffenden KollegInnen zweifelsfrei Existenz bedrohend, weil sie sich schon aufgrund der Mindestbeitragsregelung der SVA die Beschäftigung bei der MA 48 gar nicht mehr „leisten“ könnten. Es bliebe ihnen nichts anderes übrig, als „aus freien Stücken“ ihre Arbeit aufzugeben.

Wir ersuchen aufgrund der für uns alle dringlichen, ja bedrohlichen Situation um einen persönlichen Gesprächstermin und im Laufe der nächsten Woche um eine Antwort an die Mail-Adresse: abfallberatung@gmail.com. Folgende Punkte möchten wir thematisieren:

-        Faire Entlohnung
-        Soziale Absicherung
-        Legale Dienstverhältnisse für alle
-        Klare Kommunikation von substantiellen Veränderungen

Diese Information ist an folgende Adressaten ergangen:
Amtsführende Stadträtin Mag.a Ulli Sima, Amtsführende Stadträtin Sandra Frauenberger,
Obersenatsrat Dipl.-Ing. Josef Thon, Dipl.Ing Ulli Volk, Oberamtsrat Peter Frybert,
Gemeinderat und Landtagsabgeordneter Mag. Rüdiger Maresch,
Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete Dr.in Monika Vana,
Personalvertretung: Sabine Maier, Wolfgang Täubl, Bernhard Harreither,
GDG-KMSfB: Ing. Christian Meidlinger, Thomas Kerschbaum

In Erwartung einer guten Zusammenarbeit und mit freundlichen Grüßen,



Die AbfallberaterInnen der MA48



Atas Selami
Blöchl Markus
Mag. Braun Christa
Mag. Chvosta Sabine, MSC
DI Damböck Astrid
Bakk. Dolejsi Patricia
Mag. Dörflinger Johannes
DI Ghahremani Behrouz

Bakk. Gross Stefan
Bakk. Gruber Sabine
Illichmann-Rajchl Florian
DI Kotek Traude
Mag. Kovarik Iris
Krajcsovics Günther
Mag. Leidenfrost Ingrid
Bakk. Pleyer Doris
Mag. Riedl Birgit
Mag. Scherzer Markus
DI Schoderböck Sven
Bakk. Seidel Inga
Stjepanovic Tomislav
DI Strießnig Andrea
Mag. Thalwitzer Timon
DI Unger Jeanette
Mag. Wittmann Astrid
Wurzer Christian
BSC Zenzmaier Severin



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen